Befreiung der Alceste aus der Unterwelt
Befreiung der Alceste aus der Unterwelt und Herkules
Die Befreiung der Alceste aus der Unterwelt
Herkules (siehe Herkules), welcher die Tyrannen vertilgte, die gegen die Fremden grausam waren, belohnte auch auf eine edle Weise die gastfreundliche Aufnahme, die er beim König Admetus fand. Dieser Admet war mit der Alceste, einer Tochter des Pelias, vermählt. Er wurde krank und konnte, nach dem Ausspruch des Orakels, nicht anders sein Leben fristen, als wenn jemand freiwillig für ihn sich dem Tode weihte.
Alceste weihte sich heimlich den Göttern zum Todesopfer für ihren Gemahl; sie wurde krank, und die Genesung des Admet hielt nun mit ihrer zunehmenden Krankheit gleichen Schritt. Sie war verschieden, da Herkules beim Admet als Gast einkehrte.
Das Gastrecht war dem Admet so heilig, daß er dem Herkules anfänglich seine Trauer verschwieg. Als dieser aber den Tod der Alceste vernahm, versprach er seinem Gastfreund, das geliebte Weib, es koste auch, was es wolle, ihm aus dem Orkus zurückzuführen.
Und nun umfaßte Herkules den Tod mit starken Armen und hielt ihn fest, bis er die Gattin seines Freundes ihm wiedergab und sich die Trauer nun in neue hochzeitliche Freude und süße Gespräche verwandelte.
Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre
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