Der dreiköpfige Geryon
Der dreiköpfichte Geryon
Der dreiköpfichte Geryon
In der Stammtafel der Ungeheuer ist des dreiköpfichten Geryon schon gedacht. Chrysaor, der aus dem Blute der Medusa entsprang, vermählte sich mit der Kallirrhoe, einer Tochter des Oceans (s. Oceanus), und erzeugte mit ihr den dreiköpfichten Riesen Geryon und die Echidna, die, halb Nymphe, halb Drache, den dreiköpfichten Hund Cerberus, den zweiköpfichten Hund Orthrus, die Lernäische Schlange, die feuerspeiende Chimära und die Sphinx gebar.
Der zweiköpfichte Hund Orthrus nebst dem Hirten Eurytion bewachten die Herden des Geryon, dessen Wohnsitz die Dichtungen an die entferntesten Ufer des Oceans hin versetzen.
Das Kostbarste, worin man damals den größten Reichtum setzte, hatte ein Ungeheuer in Besitz, und der Ruf von den schönen Herden des Geryon erscholl so weit, daß Eurystheus dem Herkules (siehe Herkules) befahl, diese Herden hinwegzuführen und sie als einen kostbaren Schatz von jenen äußersten Enden der Erde nach Mycene zu bringen.
Herkules bahnte sich seinen Weg über Berge und Felsen und führte auf diesem weiten Zuge noch viele andre große Taten aus. – Den zweiköpfichten Hund Orthrus und den Eurytion erschlug er und bemächtigte sich der Ochsen des Geryon, die er vor sich hertrieb. Als nun der dreiköpfichte Geryon selber, auf ihn zustürzend, sich ihm widersetzen wollte, erschlug er auch diesen mit seiner Keule und befreite die Erde aufs neue von einem ihrer furchtbarsten Ungeheuer.
Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre
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