Gaia, die Erde
Gaia
Gaia ist die Urmutter, die mit Tartaros, Nyx und Erebos aus dem Chaos entstand. In der römischen Mythologie entsprach ihr die Terra.
Gaia gebar Pontos, Ourea, Typhaon, Uranos, Aktaios, Kekrops, Kranaos (aus sich selbst). Mit Uranos zeugte sie die Kyklopen, die Erinnyen, die Hekatoncheiren, die Giganten und die Eschennymphen. Mit Pontos zeugte sie Keto, Thaumas, Eurybia, Phorkys, Nereus.
Gaia bei Moritz
Die Erde - Gaia
Obgleich die Erde, die den umwölbenden Uranos aus sich gebar und sich mit ihm vermählte, unter die uralten, über Bildung und Form erhabenen Erscheinungen, worauf die Phantasie noch nicht haften kann, zurücktritt, so hat dennoch die bildende Kunst versucht, auch diese Göttergestalt durch allegorische Darstellung zu bezeichnen.
So ist auf der hier beigefügten Kupfertafel, nach einem antiken geschnittenen Steine, die alles ernährende Erde (die Gaia) gebildet, in ruhiger Stellung am Boden sitzend und mit ihrer Rechten den Stamm eines Baumes umfassend, dessen Zweige sich über ihrem Haupte ausbreiten. Neben der Gaia liegt ein Horn des Überflusses, mit der Linken berührt sie die neben ihr ruhende Himmelskugel, vor ihr steht die Siegesgöttin, und unter dem Bilde zweier kleinen weiblichen Figuren, welche Gefäße in den Händen tragen, bringen die wechselnden Jahreszeiten der segnenden Mutter ihre Gaben dar.
Von der Göttin Cybele, unter welchem Namen Rhea, eine Tochter der Erde und des Saturnus Vermählte, als die große Mutter oder die Mutter aller Götter verehrt ward, befindet sich auf ebendieser Tafel eine Abbildung nach einem antiken geschnittenen Steine aus der Stoschischen Sammlung, wo die mächtige Göttin dargestellt ist, auf einem Löwen reitend, das leuchtende Gestirn zu ihrer Rechten, zu ihrer Linken den gehörnten Mond, die Handpauke nah am Haupte haltend und gleichsam auf das Getöse lauschend.
Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre
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