Esoterik - Okkultismus  

Genien















Die Genien

Genien oder Schutzgötter der Menschen



Genien
Die Genien oder Schutzgötter der Menschen waren es vorzüglich, wodurch in der Vorstellung der Alten die Menschheit sich am nächsten an die Gottheit anschloß. Die höchste Gottheit selber vervielfältigte sich gleichsam durch diese Wesen, insofern sie über jeden einzelnen Sterblichen wachte und ihn von seiner Geburt an bis zum Tode an ihrer Hand durchs Leben führte. In diesem schönen Sinne war es, daß die Männer bei ihrem Jupiter und die Frauen bei ihrer Juno schwuren, indem sie unter dieser Benennung sich ihren eigenen Genius oder ihre besondre schützende Gottheit dachten.

An ihren Geburtstagen brachten die Alten ihrem Genius Opfer, der unter der Gestalt eines schönen Jünglings abgebildet war, dessen Haupt sie mit Blumen umkränzten.

Ein jeder verehrte auf diese Weise, durch ein zartes Gefühl gedrungen, in sich etwas Göttliches und Höheres, als er in seiner Beschränktheit und Einzelnheit selber war und dem er nun wie einer Gottheit Opfer brachte und gleichsam durch Verehrung das zu ersetzen suchte, was ihm an deutlicher Erkenntnis seines eigenen Wesens und seines göttlichen Ursprungs abging. Nach einer andern Dichtung sind die Seelen der Verstorbenen, aus dem Goldenen Zeitalter der Menschen, als untadlige, in die Gottheit übergegangene Wesen die Schutzgötter der Lebenden.
Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre



Zum Lexikon - Götter - Wohnstätten der Götter - Halb-Götter
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