Die Horen
Horen : Göttinnen der Jahreszeiten
Eunomia (Göttin der Gesetzlichkeit), Dike (Göttin des Rechts) und Eirene (Göttin des Friedens)
Horen
Unter dem Namen der Horen wurden in den Dichtungen der Alten sowohl die Göttinnen der Gerechtigkeit, welche Jupiter mit der Themis erzeugte, als auch die Jahrszeiten begriffen, welche gleichsam mit gerechter Teilung ihren Wohltaten durch ihren immerwährenden Wechsel das schöne Gleichgewicht in der Natur erhalten und mit abgemeßnen Schritten tanzend und einander folgend ihren bestimmten Lauf vollenden.
Es gibt kein schönres Bild, um sich darunter die Flucht der Zeit zu denken, als die tanzenden Horen, welche daher auch in den Dichtungen zu den Grazien sich gesellen und gemeinschaftlich mit ihnen Tänze aufführen.
Auch die Horen stehen um Jupiters Thron, und ihr Geschäft ist, die Türen des Himmels zu öffnen und zu schließen, indem sie ihn bald in finstre Wolken hüllen und bald mit neuem Glanz ihn wieder aufheitern. Auch spannten die Horen jeden Morgen die Rosse an den Sonnenwagen und waren zugleich Dienerinnen der Juno, die über den Luftkreis herrscht.
Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre
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