Esoterik - Okkultismus  

Juno















Die Göttin Juno

Juno - Göttin in der römischen Mythologie

Juno entspricht der griechischen Hera und sie ist die Göttin der Geburt, der Säuglinge und der Ehe. Auch ist sie die Schutzgöttin der Frauen und insbesondere der Mütter. Juno ist die Schutzgöttin der Stadt Rom und sie wurde dort auf dem Kapitol verehrt. Beiname der Juno: Moneta. Ihr zu Ehren gab man dem Juni Ihren Namen. Gemahlin des Jupiter.



Juno bei Moritz

Die Eifersucht der Juno
Ebenso wie Jupiter, da er kaum geboren war, nur mit Mühe vor den Nachstellungen der verfolgenden zerstörenden Macht gerettet werden konnte und seine Wächter um seine Lagerstatt ein wildes Getöse erheben mußten, damit Saturnus die Stimme des weinenden Kindes nicht vernehmen möchte, so suchte auch die Tochter des Saturnus das neugebildete Hohe und Göttliche, wo möglich, in seinem Keime zu zerstören und seine Geburt mit furchtbarer Macht zu hindern, damit es nie das Licht des Tages erblicken möchte.

Als die sanfte Latona den Apollo und die Diana dem Jupiter gebären sollte, so ließ Juno sie durch einen Drachen verfolgen und beschwor die Erde, ihr keinen Platz zur Entbindung zu vergönnen. – Die Insel Delos war, als ein schwimmendes Eiland, das keine bleibende Stätte hatte, nicht mit unter dem Schwur begriffen; hier fand Latona erst, wo ihr Fuß ruhen konnte. Dieses Eiland war es, wo sie zwischen einem Ölbaum und Palmbaum zuerst die Diana und dann den Apollo gebar.

Da Semele, die Tochter des Kadmus in Theben, vom Jupiter den Bacchus gebären sollte, so wußte Juno, unter der Gestalt ihrer Amme, sie mit schwarzem Trug zu überreden, sie solle den Jupiter schwören lassen, er wolle ihr ebenso erscheinen, als wenn er der Juno Bett bestiege. Jupiter erschien ihr in der Gestalt des Donnergottes, und Semele ward ein Raub der Flammen; den jungen Bacchus rettete Jupiter und verbarg ihn in seiner Hüfte.

Und als nachher Alkmene vom Herkules, dem Sohne des Jupiter, entbunden werden sollte, so setzte sich Juno vor der Tür des Hauses auf einem Steine nieder, mit beiden Händen ihre Knie umschlungen, und machte auf die Weise der Mutter des Herkules die Entbindung schwer. Den Herkules selbst verfolgte sie von seiner Kindheit an, wodurch sein Heldenmut geprüft, seine Brust gestählt und ihm der Weg zur Unsterblichkeit und zum Sitz der Götter gebahnet wurde.

Von der Eifersucht der Juno ist, nach einer wohlerfundenen Dichtung, selbst ein Gestirn am Himmel ein unauslöschliches Zeichen. Sie verwandelte nämlich die vom Jupiter geliebte Nymphe Kallisto in eine Bärin, die nachher von ihm unter die Sterne versetzt ward. Da bat die Juno den Ocean, er möchte diese neue glänzende Gestalt am Himmel nicht in seinen Schoß aufnehmen – und dies Gestirn geht niemals unter.

Die Eifersucht der Juno haucht diesen Dichtungen Leben ein, so wie die Winde das stille Meer aufregen. Auch ist diese Eifersucht an sich selbst erhaben, weil sie nicht ohnmächtig, sondern mit Götterkraft und Hoheit verknüpft den Gott des Donners selber auf dem höchsten Gipfel seiner Macht beschränkt.


Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre


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