Der Erdensohn Kekrops / Cekrops
Kekrops / Cekrops - Sohn der Gaia
Kekrops bzw. Cekrops : ältester König Attikas, wird mit Schlangenleib dargestellt; Erbauer der athenischen Burg; "der aus der Erde Geborene", also Sohn der Gaia. Zeugte mit Agraulos der I.: Agraulos II, Herse, Erysichthon, Pandrosos.
Kekrops, erster König und Begründer der Kultur in Attika, war nach der Sage ein Autochthone und von Gestalt halb Mann, halb Drache. So zeigt ihn ein Vasenbild des Nationalmuseums in Palermo. Seine Gemahlin war des Aktäos Tochter Agraulos (auch ein Beiname der Athene, mit Bezug auf den Segen des Feldbaues), welche ihm den Erysichthon, die Agraulos, Herse und Pandrosos (Wesen göttlicher Natur, welche mit dem Dienste der Athene in Zusammenhang standen) gebar. Kekrops vereinte die Urbewohner des Landes in zwölf Demen (Gemeinden), baute die Burg Kekrupia und führte die Ehe, die ersten staatlichen Einrichtungen und das Recht des Eigentums ein. Als Schiedsrichter in dem Streit zwischen Poseidon und Athene um den Besitz von Attika bestimmte er die Nützlichkeit eines Geschenks als ausschlaggebend. Poseidon schuf das Pferd; Athene pflanzte am Pandroseion den so wichtigen Ölbaum und erhielt darauf das Land, dem sie den Namen Attika gab. Dem Kekrops schreibt man auch die Einführung unblutiger Opfer und die Begrabung der Toten zu. Kekrops war der Heros eines altpelasgischen, über Attika, Böotien und die Umgegend verbreiteten Stammes; die ägyptische Herkunft, welche man ihm vindizieren wollte, ist längst widerlegt. Auch andre sagenhafte Könige von Attika haben diesen Namen.
Meyers Konversations-Lexikon, 3. Auflage von 1878
Cekrops bei Moritz
Cekrops
Mit ihm bildete sich in der Gegend von Attika ein Geschlecht von Menschen, die er lehrte, in Hütten zusammenzuwohnen, und unter denen er zuerst den Ehestand einführte, weswegen man ihn mit doppeltem Antlitz, einem männlichen und weiblichen, gebildet hat. – Aus dem nachmaligen Stamme der atheniensischen Könige, welche vom Erechtheus die Erechthiden hießen, war Theseus der berühmteste Held.
Athen wurde nachher die gebildetste unter den Städten Griechenlands, und bis in die älteste fabelhafte Geschichte derselben ist die Idee von bildender Kunst die herrschende.
Neptun und Minerva, die auch Pallas Athene heißt, wetteiferten, nach wessen Namen die neu sich bildende Stadt benannt werden sollte; Minerva trug den Sieg davon, und nach ihrem Namen wurde die Stadt Athen genannt.
Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre
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