Der Nemeische Löwe
Der Nemeische Löwe und Herkules
Der Nemeische Löwe
Als Herkules (s. Herkules) noch im Jünglingsalter bei dem Walde von Nemea die Herden des Eurystheus hütete, verwüstete ein Löwe, dessen Haut kein Pfeil durchdringen konnte, die Gegend rundumher und drohte den Herden Unglück.
Die erste der zwölf Arbeiten, welche Eurystheus dem Herkules anbefahl, war, dieses Raubtier zu erlegen. – Der junge Herkules säumte nicht, die Spur des Löwen zu verfolgen, mit dem er sich, als er ihn traf, in Kampf einließ und ihn mit eigner Hand erwürgte, weil kein Eisen ihn verwunden konnte.
Zum Andenken dieser ersten Tat, die allein schon für die Vollführung der übrigen bürgte, trug Herkules nachher beständig die Haut des Löwen um seine Schultern; und diese wurde nun nebst der Keule, die er von dem Aste eines wilden Ölbaums sich selber schnitt, das äußere Merkmal seiner unüberwindlichen Stärke und seines unbesiegbaren Heldenmuts.
Herkules brachte den Löwen nach Mycene; der verzagte Eurystheus aber befahl ihm, von nun an nicht mehr in die Stadt zu kommen, sondern vor den Toren von seinen vollführten Taten Rechenschaft abzulegen.
Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre
Anregungen / Vorschläge / Texte bitte an:
|