Der Gott Okeanos - Oceanus
Okeanos - Oceanus - griechischer / römischer Meeresgott
Oceanus ist der römische Meeresgott. Er wird gleichgesetzt mit dem griechischen Okeanos, einem weisen alten Titanen. Okeanos ist ältester Sohn des Uranos und der Gäa. Er verkörpert den um die Erde fließenden Weltstrom, von dem alle Wasser ausgehen. Okeanos bzw. Oceanus ist Vater der Okeaniden (Admete, Akaste, Amphiro, Asia, Chryseia, Dione, Doris, Elektra, Eudora, Europa, Eurynome, Galaxaura, Hippo, Ianeira, Ianthe, Idyia, Kallirrhoe, Kalypso, Kerkeis, Klymene, Klythia, Melobosis, Menestho, Metis, Okyroe, Pasithoe, Peitho, Perse, Petraia, Plexaura Pluto, Polydora, Prymino, Rhodeia , Styx, Telesto, Thoe, Tyche, Xanthe, Zeuxo.). Auch zeugte er mit Tethys Inachos, Simoeis, Kaanthus, Philyra, Alpheios, Asopos, Acheloos, Skamander, Eidyia, Eridanos, Kaaithos, Ismenos, Inachos, Ephyra, Nessos und Peneios . Auf Bildern ist Okeanos / Oceanus als bärtiger alter Mann mit Stierhörnern.
Okeanos - Oceanus bei Moritz
Ein Sohn des Himmels und der Erde, vermählte sich mit der Tethys, einer Tochter des Himmels, und erzeugte die Flüsse und Quellen. Er nahm an dem Götterkriege keinen Anteil; demohngeachtet aber ist er unter die alten Gottheiten zurückgewichen, die durch die Verehrung der neuen Götter gleichsam in Schatten gestellt sind.
Denn als Jupiter die Titanen besiegt hatte, so teilte er sich mit seinen Brüdern, dem Neptun und Pluto, in die Oberherrschaft, so daß Jupiter den Himmel, Neptun das Meer und Pluto die Unterwelt beherrschte.
Neptun ist also der König über die Gewässer, und des Oceanus wird selten mehr gedacht, obgleich die äußersten Grenzen der Erde, da, wo nach der alten Vorstellungsart die Sonne ins Meer sank, das eigentliche Gebiet des alten Oceanus sind, das aber gleichsam zu entfernt liegt, als daß die Phantasie darauf hätte haften können.
Neptun hingegen bezeichnet die Meeresfluten, insofern sie mit Schiffen befahren werden und er entweder Stürme erregt oder mit seinem mächtigen Dreizacke die Meereswogen bändigt. Darum wurden ihm allenthalben Tempel gebaut, Altäre geweiht und Opfer dargebracht.
Als Juno einst bei dem Kriege vor Troja, um den Jupiter zu überlisten, sich den liebeeinflößenden Gürtel der Venus (Venus) erbat, so tat sie es unter dem Vorwande, sie wolle sich dieses Gürtels bedienen, um an den Grenzen der Erde, bei dem Oceanus und der Tethys, von denen sie zu der Zeit des Saturnus liebevoll gepflegt und erzogen sei, einen alten Zwist, wodurch dies Götterpaar schon lange entzweiet wäre, beizulegen.
Diese beiden alten Gottheiten werden also wie ganz entfernt von der Regierung und den Geschäften der neuen Götter dargestellt und ihrer nur gedacht, indem ihre alten Zwiste der Juno zum Vorwande dienen, den Gürtel der Venus zu erhalten, womit sie den Jupiter überlisten will.
Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre
Anregungen / Vorschläge / Texte bitte an:
|