Der Gott Phorkys / Phorkos
Phorkys - griechisch/römischer Gott
Phorkys war ein alter Meeresgott, nach dem der Hafen von Ithaka benannt wurde. Phorkys war Sohn des Pontos und der Gaia und zeugte mit Keto: Echidna, Thoosa, Ladon, Skylla, die Graien (Pemphredo, Enyo, Deino) und die Gorgonen (Medusa, Stheno, Euryale) - möglicherweise auch die Hesperiden.
Phorkys bei Moritz
Phorkys und die schöne Ceto oder die Erzeugung der Ungeheuer
Phorkys, ein Sohn des Pontus, erzeugte mit der schönen Ceto, einer Tochter des Pontus:
Die Gräen: Dino, Pephredo und Enyo, die ewigen alten drei schwanenweißen Jungfrauen, die von ihrer Geburt an grau waren, nur einen Zahn und ein Auge hatten und an den äußersten Grenzen der Erde wohnten, wo die Behausung der Nacht ist und wo sie nie von der Sonne noch von dem Lichte des Mondes beschienen wurden.
Die Gorgonen, Schwester der Gräen, mit furchtbarem Antlitz und Schlangenhaaren, Euryale, Stheno und Medusa.
Den Drachen, der an den äußersten Grenzen der Erde die goldenen Äpfel der Hesperiden bewacht.
Aus dem Blute der Medusa, da sie vom Perseus enthauptet wurde, sprang Chrysaor mit goldnem Schwerte und der geflügelte Pegasus hervor.
Chrysaor vermählte sich mit der Kallirrhoe, einer Tochter des Oceans, und erzeugte mit ihr den dreiköpfichten Geryon und die Echidna, halb Nymphe mit schwarzen Augen und blühenden Wangen und halb ein ungeheurer Drache; mit dieser erzeugte Typhaon, ein heulender Sturmwind:
den dreiköpfichten Hund Cerberus,
den zweiköpfichten Hund Orthrus,
die Lernäische Schlange,
die feuerspeiende Chimäre, mit dem Antlitz des Löwen, dem Leib der Ziege und dem Schweif des Drachen, – und zuletzt gebar die Echidna, nachdem sie sich mit dem Orthrus begattet hatte,
den Nemeischen Löwen und
die rätselhafte Sphinx mit dem jungfräulichen Antlitz und den Löwenklauen.
Dies ist die Nachkommenschaft des Phorkys und der schönen Ceto. – Die Erzeugung der Ungeheuer endigt sich mit der Geburt des Geheimnisvollen und Rätselhaften, worin die alten Aussprüche und dunkeln Sagen der Vorzeit gehüllet sind.
Und so wie die Nacht die Mutter des Verborgenen, Unbekannten ist, wie zum Beispiel der Hesperiden, die an den entferntesten Ufern des Ozeans die goldenen Äpfel bewahren, so läßt die Phantasie die Ungeheuer, wie zum Beispiel den Drachen, der diese goldne Frucht bewacht, dem Meer entstammen.
Allein diese Ungeheuer entstehen nur, um in der Folge die Tapferkeit und den Mut zu prüfen und von götterentstammten Helden besiegt zu werden, die durch kühne Taten sich den Weg zur Unsterblichkeit bahnen.
Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre
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