Die Rosse des Diomedes
Die Rosse des Diomedes und Herkules
Die Rosse des Diomedes
Diomedes, ein König in Thracien und ein Sohn des Mars (siehe Mars), besaß vier feuerspeiende Rosse, die er mit Menschenfleisch sättigte und denen er die Fremdlinge, die er auffing, selbst zur Speise vorwarf.
Da das Gerücht von dieser Grausamkeit allenthalben erscholl, so befahl Eurystheus dem Herkules (siehe Herkules), ihm die feuerspeienden Rosse zu bringen, – und Herkules, der diese Tat vollführte, ließ auch den Diomedes für seine Tyrannei die gerechte Strafe erdulden, indem er ihn seinen eigenen Rossen vorwarf und auf diese Weise den an den Fremdlingen verübten Frevel rächte.
Die Grausamkeit gegen die Fremden ist in den Dichtungen der Alten, welche das Gastrecht über alles heilig hielten, das höchste Merkmal von boshafter Tyrannei und Ungerechtigkeit; man betrachtete diese Tyrannen, welche die Fremden quälten und töteten, wie Ungeheuer; und es war das Geschäft der Helden, sie von der Erde zu vertilgen.
Man findet auf alten Denkmalen die Rosse des Diomedes abgebildet, wie sie vor einer Krippe stehen, in welcher ein Mensch ausgestreckt liegt und Diomedes aufrecht darnebensteht. Auch findet man den Herkules im Kampf mit den flammenatmenden Rossen dargestellt.
Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre
Anregungen / Vorschläge / Texte bitte an:
|