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Der Stall des Augias















Der Stall des Augias

Der Stall des Augias und Herkules



Der Stall des Augias
Augias, der in Elis herrschte und ein Sohn der Sonne hieß, war wegen der vielen Herden, die er besaß, einer der reichsten Fürsten seiner Zeit.

Und weil man damals den Reichtum nach dem Besitz von vielen Herden schätzte, so waren auch die Beschäftigungen, welche hierauf Bezug hatten, noch nicht erniedrigend; und einen Stall zu reinigen war damals noch keine so unwürdige Beschäftigung, wie wir sie uns jetzt nach unsern Begriffen denken.

Augias hatte nämlich nach der Dichtung, die dem Helden die Arbeiten gern so schwer wie möglich macht, dreitausend Rinder in seinen Ställen stehen, und diese Ställe waren seit dreißig Jahren nicht gereinigt.



Herkules übernahm auf den Befehl des Eurystheus die Reinigung der Ställe, mit dem Beding, in wenigen Tagen die ungeheure Arbeit zu vollenden, wofür ihm Augias, der an der Möglichkeit der Ausführung zweifelte, den zehnten Teil seiner Herden zum Lohn versprach.

Herkules (siehe Herkules) aber leitete den Alpheus durch die Ställe und verrichtete nun die Arbeit, die jedermann für unmöglich hielt, an einem Tage mit leichter Mühe. Augias aber verweigerte ihm den Lohn, worauf ihn Herkules bekriegte und tötete und den Phyleus, des Augias Sohn, der edler wie sein Vater dachte, zum Nachfolger im Reiche ernannte. Von den erbeuteten Schätzen aber baute Herkules dem Olympischen Jupiter (s. Jupiter) einen Tempel und erneuerte die Olympischen Spiele. So krönte er seine Arbeit in den Ställen des Augias.
Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre


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