Die Göttin Styx
Styx - griechische Göttin
Styx ist eine Okeanide, also Tochter von Okeanos und Tethys. Der Fluß Styx ist die Grenze zwischen dem Reich der Lebenden und dem Hades, dem Reich der Toten, das er 9-mal umfließt. Beim Styx schwören die Götter ihre Eide. Das Wasser des Styx macht den in ihn Badenden unverwundbar (so auch Achilles, der von seiner Mutter Thetis in ihm gebadet worden war). Aber er gilt auch als giftig, Alexander der Große soll durch sein Wasser vergiftet worden sein.
Styx bei Moritz
Die geehrteste unter den Töchtern des Oceans, die mit dem Pallas aus dem Titanengeschlechte, einem Sohne des Krius, sich vermählte und ihm die mächtigen Söhne Kampf und Sieg, Gewalt und Stärke gebar.
Auf den Rat ihres Erzeugers ging die Styx mit ihren Söhnen in dem Götterkriege zu dem Jupiter über, und seit der Zeit haben ihre Söhne beständig beim Jupiter ihren Sitz.
Gewalt und Stärke mußten auf den Befehl des Jupiters den Prometheus zu dem Felsen führen, woran er geschmiedet wurde. Jupiter siegte mit List über die Titanen, indem er die stärksten von ihnen zu seiner Partei zu ziehen wußte.
Die drei Söhne des Titanen Krius, Pallas mit der Styx, Perses mit der Asteria, der Mutter der Hekate, und Asträus mit der Aurora vermählt, treten in Dunkel zurück, und die folgenden Dichtungen scheinen vorauszusetzen, daß sie in dem Götterkriege gegen den Jupiter gestritten und mit ihrem Erzeuger und den übrigen Titanen in den Tartarus geschleudert sind.
Bei diesen Titanen im Tartarus und bei der furchtbaren Styx, dem unterirdischen Quell, dessen Wasser im nächtlichen Dunkel von hoch sich wölbenden Felsen träufelt und den Fluß bildet, über welchen keine Rückkehr stattfindet, schwören die Götter den schrecklichen unverletzlichen Schwur, von dessen Banden keine Macht im Himmel und auf Erden befreien kann.
Die hohen Götter können nur bei dem Tiefen schwören, wo Nacht und Finsternis herrscht, wo aber auch zugleich die Grundfeste der Dinge ist, auf der die Erhaltung des Daseins aller Wesen beruht.
Denn da, wo sich die schwarze Styx ergießt, ist der finstre Tartarus mit eherner Mauer umschlossen und von dreifacher Nacht umgeben. Hier ist es, wo die Titanen im dunkeln Kerker sitzen. Hier sind aber auch zugleich nach der alten Dichtung die Grundsäulen der Erde, des Meeres und des gestirnten Himmels.
Hier an den entfernten Ufern des Ozeans ist auch die unaufhörlich mit schwarzen Wolken bedeckte Wohnung der Nacht; und Atlas, der Sohn des Japet, steht davor, mit unermüdetem Haupt und Händen die Last des Himmels tragend, da, wo Tag und Nacht einander sich stets begegnen und niemals beisammen wohnen.
Hier war es auch, wo Kottus, Gyges und Briareus in den Tiefen des Ozeans ihre Behausung hatten und den Eingang zu dem Kerker der Titanen bewachten.
Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre
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