Esoterik - Okkultismus  

Themis















Die Göttin Themis

Themis - griechische Göttin

Themis ist eine Titanin, Tochter von Uranos und Gaia. Sie ist Mutter der Horen, Hesperiden und Moiren, die sie Zeus gebar. Ihrem Bruder Iapetos gebar sie Epimetheus, Prometheus, Atlas und Menoitios.
Themis ist die Göttin der Gerechtigkeit, des Rechts und der Ordnung. Themis war 2. Schutzgöttin des Orakel von Delphi und sie kannte die Zukunft. Folgendes sah Themis voraus: Einer der Söhne Thetis sollte mächtiger werden als Zeus; sie sah eine Sintflut voraus und rettete Deukalion und Pyrrha; warnte Atlas, daß ein Zeussohn die Äpfel der Hesperiden stehlen komme. Während der Titanomachie half sie den Göttern im Kampf gegen die Titanen. Auf Bildern wird Themis mit verbundenen Augen, mit Schwert und Waage in den Händen dargestellt.



Themis bei Moritz

Auch diese war eine Tochter des Himmels und der Erde, welche Prometheus bei dem tragischen Dichter, der ihn leidend darstellt, seine Mutter nennt, die ihm, wie auch die Erde, als eine Gestalt unter vielen Namen die Zukunft weissagte.

Wir haben schon bemerkt, daß die alten Götter noch durch Rat und Weissagung Einfluß hatten. Die Erde selber war das älteste Orakel, und an diese schloß sich am nächsten die Themis an, welche nach der Überschwemmung der Erde dem Deukalion und der Pyrrha auf dem Parnaß den schon angeführten Orakelspruch erteilte, sie sollten, um das Menschengeschlecht wieder herzustellen, die Gebeine ihrer Mutter mit verhülltem Antlitz hinter sich werfen.

Die Themis lehrte den Prometheus in die Zukunft blicken, und da die Titanen in dem Götterkriege seinem Rat nicht folgten, so ging er mit ihr zum Jupiter über, dem er durch klugen Rat die Titanen besiegen half, wofür dieser ihn nachher mit Schmach und Pein belohnte.

Mit der Themis aber vermählte sich Jupiter und erzeugte mit ihr die Eunomia, Dice und Irene, welche auch Horen genannt wurden, Göttinnen der Eintracht befördernden Gerechtigkeit und Gefährtinnen der Grazien, welche, ebenfalls Töchter des Jupiter, Hand in Hand geschlungen, ein schönes Sinnbild wohlwollender Freundschaft sind.

Themis selber behauptet auch unter den neuen Gottheiten als die Göttin der Gerechtigkeit ihren Platz. So wie sie dem Prometheus die Zukunft enthüllte, nahm sie sich auch der Menschen an, die sein Werk waren und durch die Befolgung ihres Orakelspruchs nach der Deukalionischen Überschwemmung aufs neue aus harten Steinen wieder gebildet wurden. Auch erwähnen die alten Dichtungen der Asträa, einer Tochter der Themis, die von den Schutzgöttinnen der Sterblichen am längsten bei ihnen verweilte, bis sie zuletzt gen Himmel entfloh, da der Frevel der Menschen überhandnahm und weder Gerechtigkeit noch Scheu mehr galt.

Weil die Themis dem Jupiter die Zukunft oder den Schluß des Schicksals enthüllte, so läßt eine besondere Dichtung auch die Parzen Lachesis, Klotho und Atropos, die Töchter der alten Nacht, vom Jupiter wieder erzeugt und von der Themis geboren werden. Die Parzen sind also in diesen Dichtungen eine doppelte Erscheinung, einmal als Töchter der alten Nacht und als Dienerinnen des Schicksals, über den Jupiter weit erhaben, und dann als Töchter des Jupiter, die nach dem Willen des Schicksals seine Ratschlüsse vollziehen.

Die doppelten Erscheinungen der Göttergestalten sind in diesem traumähnlichen Gewebe der Phantasie nicht selten; was vor dem Jupiter da war, wird, da der Lauf der Zeiten mit ihm aufs neue beginnt, noch einmal wieder von ihm erzeugt, um seine Macht zu verherrlichen und ihn zum Vater der Götter zu erheben. – Die Dichter haben von jeher das Schwankende in diesen Dichtungen zu ihrem Vorteil benutzt und sich ihrer als einer höhern Sprache bedient, um das Erhabene anzudeuten, was oft vor den trunkenen Sinnen schwebt und der Gedanke nicht fassen kann.
Aus Karl Philipp Moritz - Götterlehre


Anregungen / Vorschläge / Texte bitte an:



Zum Lexikon - Götter
Esoterik-Okkultismus-Inhaltsverzeichnis



Esoterik-Okkultismus-Lexikon Esoterik-Okkultismus-Literatur

Esoterik-Okkultismus-Impressum
Themis

(c) by Christian Hilscher (2006)
Es ist nicht erlaubt, Texte meiner Webseiten ohne schriftliche Genehmigung zu kopieren, oder/und zu veröffentlichen !
Es ist erlaubt, kleinere Auszüge zu kopieren, wenn ein Link auf www.esoterik-okkultismus.de gesetzt wird.